PS1 Longboxes ohne Spiegelungen fotografieren: Anleitung

· von Elin Dahl · 4 Min. Lesezeit

PS1 Longboxes ohne Spiegelungen fotografieren: Anleitung

Wer schon einmal versucht hat, eine glänzende PlayStation-Longbox für ein Online-Inserat zu fotografieren, kennt das Problem: Egal wo man steht, irgendein heller Lichtfleck landet garantiert genau über dem Titel. Fast so, als würde die Box das absichtlich provozieren. Die gute Nachricht: PS1-Longboxen ohne Spiegelungen abzulichten, klappt mit Dingen, die vermutlich schon bei dir herumliegen. Kein Fotostudio nötig, keine Softboxen, kein 200-Euro-Lichtzelt aus dem Internet.

Warum Longboxen so schwer zu fotografieren sind

Die originalen PlayStation-Longboxen trugen eine hochglänzende Laminatbeschichtung. Im Regal sieht das edel aus, solange das Licht günstig fällt. Sobald aber die Kamera draufhält, wird aus genau dieser Oberfläche ein Spiegel. Deckenlampen, Fensterlicht, Kamerablitz, alles landet direkt zurück im Objektiv. Deshalb zeigen so viele eBay- und Kleinanzeigen-Inserate für Longbox-Titel verwaschene Cover oder merkwürdige Lichtstreifen, ausgerechnet dort, wo Käufer am genauesten hinschauen wollen: Abnutzung am Rücken, Dellen an den Ecken, Kleberückstände von alten Videothek-Preisschildern aus den Neunzigern.

Schritt 1: Direktes Licht ausschalten

Der wichtigste Trick überhaupt ist der Wechsel von direktem zu diffusem Licht. Das allein löst schon etwa 80 Prozent des Problems.

Schritt 2: Ein selbstgebautes Lichtzelt

Man muss kein Lichtzelt kaufen. Ein simpler Diffusor aus dem Haushalt erfüllt denselben Zweck:

  1. Ein großes weißes Bettlaken, einen Duschvorhang oder mehrere zusammengeklebte Blätter Druckerpapier besorgen.
  2. Das Material zwischen Lichtquelle und Longbox spannen, damit das durchfallende Licht weich und indirekt wird.
  3. Zwei gewöhnliche Schreibtischlampen links und rechts aufstellen, beide durch den Diffusor gerichtet, nicht direkt auf die Box.

So verteilt sich das Licht gleichmäßig und umschließt die glänzende Oberfläche sanft, statt an einem Punkt aufzuprallen und direkt zurückzublenden.

Schritt 3: Kamera richtig ausrichten, nicht nur das Licht

Viele übersehen: Selbst bei perfekt diffusem Licht kann eine frontale Aufnahme noch die Decke spiegeln. Oder schlimmer, das eigene Gesicht.

Schritt 4: Polfilter einsetzen (optional, aber sehr wirkungsvoll)

Wer mit Spiegelreflex, Systemkamera oder einem Clip-Objektiv fürs Smartphone arbeitet, sollte unbedingt einen zirkularen Polfilter (CPL) ausprobieren. Er ist das wirksamste Werkzeug gegen Reflexionen auf glänzendem Kunststoff, das es aktuell gibt. Dreht man ihn langsam, während man durch den Sucher schaut, verschwindet die Spiegelung fast wie von Zauberhand, binnen weniger Sekunden.

Schritt 5: Hintergrund und Unterlage sind wichtig

Ein matter, neutraler Hintergrund verhindert, dass zusätzliches Licht zurück auf die Box geworfen wird:

Checkliste vor dem Foto

Nachbearbeitung, aber bitte maßvoll

Ein wenig Bildbearbeitung hilft, aber Käufer wollen ein ehrliches Bild sehen, vor allem wenn der Zustand den Preis bestimmt. In einer kostenlosen App wie Snapseed oder Google Fotos:

Warum das beim Verkauf wichtig ist

Glänzende PS1-Longboxen werden unter Sammlern immer begehrter, und in diesem Markt ist der Zustand fast alles. Ein verschwommenes oder von Spiegelungen übersätes Foto lässt Käufer vermuten, dass etwas verborgen wird, selbst wenn es nichts zu verbergen gibt. Saubere, spiegelfreie Fotos schaffen Vertrauen, rechtfertigen einen etwas höheren Preis und reduzieren genau die “das sah ich mir anders vor”-Rücksendungen, die am Ende Gewinn und Nerven kosten.

Fazit

Glänzende PlayStation-Longboxen ohne Spiegelungen zu fotografieren ist letztlich eine Frage der Lichtkontrolle, nicht des Kampfes mit der Kamera. Licht diffundieren, Box und Kamera richtig ausrichten und bei hartnäckigen Reflexionen zum Polfilter greifen. Schon wirken Inserate deutlich schärfer und glaubwürdiger als die Konkurrenz und zeigen genau das, was Sammler sehen wollen.

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